Familienversicherung wird teurer: Was sich ab 2027 ändert
Millionen Haushalte müssen sich ab 2027 auf höhere Kosten einstellen, denn das Bundeskabinett hat eine geplante Gesundheitsreform verabschiedet. Kernpunkt der Neuregelung ist die Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer bisher seinen Partner ohne Zusatzkosten mitversichern konnte, muss künftig einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent zahlen. Ursprünglich war sogar ein Satz von 3,5 Prozent vorgesehen, doch nach Widerstand aus der SPD wurde dieser gesenkt.
Wer ist betroffen und wer nicht?
Nicht alle Versicherten sind von der Neuregelung betroffen, denn es gibt Ausnahmen. Eltern mit Kindern unter sieben Jahren, Eltern von Kindern mit Behinderungen, pflegende Angehörige und Rentner bleiben von dem Zuschlag ausgenommen. Alle anderen Versicherten müssen jedoch künftig mit höheren Ausgaben rechnen. Für Familien mit kleinen Einkommen können die zusätzlichen 30 bis 50 Euro mehr im Monat eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen und den Wocheneinkauf beeinflussen.
Kritik und mögliche Auswirkungen auf Frauen
Der Sozialverband VdK kritisiert die geplante Reform scharf und bezeichnet die Leidtragenden vor allem als Frauen, die aufgrund von Erziehungszeiten oder der Pflege von Angehörigen nicht arbeiten können. Der Verband sieht darin einen Widerspruch zum Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung und befürchtet, dass besonders Einverdiener-Haushalte hart getroffen werden. Auch innerhalb der Koalition gibt es Unmut, da befürchtet wird, dass Versicherte zu hohen Beiträgen in die private Versicherung ausweichen könnten. Der Bundestag soll noch vor der Sommerpause abstimmen, die Neuregelung soll 2027 in Kraft treten.